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Glaser-Praktikum in Dublin

Der Berliner Glaser-Azubi Gideon Fleischer hat ein vierwöchiges Praktikum in Dublin absolviert

Sein Dank geht an die Organisation „GoEurope“ und besonders an seinen Chef Herrn Bunke der ihm die Freistellung ermöglichte.
Sein Chef in Irland war von seiner Arbeitsleistung beeindruckt, er unterstützte ihn und empfahl ihm ein Guinness zu probieren.  Hier sein ganzer Bericht:

Durch eine Informationsveranstaltung an der Schule bin ich auf das Bildungsangebot Erasmus+  aufmerksam geworden. Das Programm hat mir ein vierwöchiges Betriebspraktikum für einen Selbstkostenbeitrag von 150 Euro in Dublin ermöglicht.

So reiste ich am Ende meines ersten Ausbildungsjahres zum Glaser, zusammen mit einem weiteren Auszubildenden nach Dublin. Durch ein Vorbereitungstreffen der Organisation und einem 14tägigen Onlinesprachkurs fühlte ich mich gut auf das Abenteuer vorbereitet.

Vor Ort waren ich und der angehende Tischler, der ebenfalls an dem Austauschprogramm teilnahm, in einem Zimmer bei einer Gastfamilie in einem Vorort von Dublin untergebracht.

Die Gastfamilie, die selbst zwei jüngere Kinder hatte, war sehr nett und hat mir auch mal Rat gegeben. Ich durfte mich bei ihnen wie zu Hause fühlen, Frühstück und Abendbrot essen. Gelegentlich haben wir zu den Mahlzeiten zusammengesessen. Häufig war ich abends jedoch viel zu müde von der Arbeit und den vielen neuen Eindrücken und bin zeitig zu Bett gegangen.

Morgens musste ich früh aufstehen, um mit dem Bus ca. 1 Stunde in die Glaserei „Capital glass“ nach Dublin zu fahren. In der Werkstatt arbeiten neun Personen, somit gehört sie zu den typischen Mittelstandsunternehmen wie sie auch in

 

Deutschland üblich sind. Die gesamte Arbeitsatmosphäre habe ich jedoch als deutlich gelassener wahrgenommen. Das zeigte sich auch im späteren Arbeitsbeginn von 9 Uhr. Ich war der erste Austauschazubi, den der Betrieb beschäftigt hat und wurde somit von allen Angestellten und Lieferanten sehr neugierig und freundschaftlich aufgenommen. In den ersten Wochen war die Kommunikation zwar noch holprig, meine Sprachkenntnisse wurden aber von Tag zu Tag besser und sicherer. Ich habe sogar ein paar Brocken Irisch gelernt und die Kolleg*innen dafür einige Worte Deutsch.

Die Mitarbeiter*innen gaben mir schnell den Spitznamen Giddy, weil Gideon für sie so kompliziert klang. Der Chef der Glaserei unterstützte mich in allen Bereichen bspw. indem er sich finanziell an meinen Fahrkosten zur Werkstatt beteiligte. Außerdem ermunterte er mich immer wieder mir Dublin mit seinen typischen Sehenswürdigkeiten anzugucken und Guiness zu probieren. Für diese Zeit hätte er mich von der Arbeit freigestellt. Ich wollte aber vor allem arbeiten und neue Techniken des Glaserhandwerks erlernen.

Somit habe ich viele, mir zuvor unbekannte Arbeitspraktiken gesehen. Zum Beispiel werden Reparaturen von Isolierverglasungen nicht, wie in Deutschland üblich, mit dem Dichtstoff Silikon sondern mit Kitt ausgeführt. Auch die Art und Weise wie die Gesellen das Glas an der Bandschleifmaschine entlangführten war neu und beeindruckend für mich.

Durch einen Lehrling im Betrieb, der sich zu dem Zeitpunkt im 2. Ausbildungsjahr befand, erfuhr ich außerdem, dass die Ausbildung in Irland ganz anders organisiert ist als in Deutschland. Diese findet hier überwiegend in der Schule statt und wird durch Praktika ergänzt.

Dublin und die Umgebung habe ich dann am Wochenende erkundet. Das war sehr spannend. Zu zweit wäre es aber bestimmt noch schöner gewesen.

Der Chef war von meiner guten Arbeitsleistung sehr begeistert und wollte mich am liebsten dabehalten. Zum Abschied haben mir die Kolleg*innen eine Abschiedskarte geschrieben. Wir halten immer noch Kontakt und ich habe mir fest vorgenommen nochmal nach Dublin zu reisen. Dann würde ich die Glaserei auf jeden Fall besuchen.

Mein Auslandspraktikum war sehr interessant und ist im Großen und Ganzen erfolgreich verlaufen. Ich würde es gerne wiederholen. Ich danke an dieser Stelle vor allem meinem Chef Herr Bunke von der Glaserei Elsner (meinem Ausbildungsbetrieb), der diesem Auslandsaufenthalt sofort zugestimmt  und damit ermöglicht hat. Unterstützt hat er mich weiterhin durch die vierwöchige Freistellung und die durchgängige Ausbezahlung meines Lehrlingsgehaltes.

Gideon Fleischer und Maria Sinz