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Baustelle auf Skandinavisch

Berliner Auszubildende reisen nach Norwegen

Am Sonntag, den 22.09.2019, sitzen sechs Auszubildende der Max-Bill-Schule (3. Ausbildungsjahr) auf dem Dach der Osloer Oper in der noch warmen Herbstsonne beim Picknick. Der Blick geht weit über die Osloer Altstadt, den Hafen und über die kleinen Inseln auf dem Oslofjord. Es stehen zwei Wochen vor ihnen, in denen sie in norwegischen Handwerksbetrieben mitarbeiten werden und so beruflich und auch persönlich ihren Erfahrungsschatz erweitern können.

Bei diesem Norwegenaustausch handelt es sich um ein Austauschformat, das in dieser Form zum ersten Mal stattfindet. Organisiert wird es von der Handwerkskammer Berlin in Zusammenarbeit mit einer Berufsschule in Vestby, ca. 50 km südlich von Oslo, und der Max-Bill-Schule. Finanziert wird es mit Fördergeldern des Erasmus-Plus-Projekts. Bei erfolgreichem Verlauf soll es in den folgenden Jahren zu einer regelmäßigen Option für motivierte Auszubildende der drei Dualen Ausbildungsberufe Beton- und Stahlbetonbauer*in, Maurer*in und Zimmerer*in werden.

Die drei Auszubildende zum Beton- und Stahlbetonbauer und die drei Zimmererauszubildende, die bei diesem ersten Mal dabei sind, haben sich für diesen Austausch beworben. Sie sind ausgewählt worden und haben für die zwei Wochen eine Freistellung von ihrem Betrieb erhalten. Sie arbeiten in Norwegen auf kleinen Baustellen mit und lernen dort typische Abläufe und Handwerkstechniken kennen. Die Beton- und Stahlbetonbauer sind an Schalarbeiten für ein kleines Bauprojekt der Berufsschule beteiligt. Die Zimmerer arbeiten abwechselnd auf zwei Baustellen. Zum einen auf einer für Norwegen typischen Baustelle, auf der Mehrfamilienhäuser in Holzrahmenbauweise entstehen. Und zum anderen auf einer Baustelle, auf der ein altes Rathaus in Blockbauweise restauriert wird.

Untergebracht sind die Auszubildenden in einer Jugendherberge in Oslo, wo sie sich selbstständig versorgen. Von ihrer Unterkunft aus haben sie die Möglichkeit, die norwegische Hauptstadt nach Feierabend und am Wochenende zu erkunden. Die Osloer Altstadt, das Vikingerschiff- und das Freilichtmuseum, der Holmenkollen mit seiner beeindruckenden Skiweitsprungschanze in Stahl und Stahlbeton und das neue Hafenviertel sind unter anderem ihre Ziele.

Nach zwei Wochen kommen die Auszubildenden zurück und ziehen ein weitgehend positives Resümee. Die Verständigung auf Englisch war unproblematisch, die Menschen offen und hilfsbereit und die Eindrücke vielfältig.

Ende Oktober kommen vier norwegische Auszubildende nach Berlin und arbeiten in Berliner Betrieben mit. Am 4.11. besuchen sie die Max-Bill-Schule und lernen so das Duale Ausbildungssystem in Deutschland kennen, das sich recht stark vom norwegischen Ausbildungssystem unterscheidet. Wir hoffen, dass auch sie einen guten Eindruck von Berlin und den hiesigen handwerklichen Eigenarten mit nach Hause nehmen können.