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Als Glaser 3 Wochen in Irland

Ein Bericht von Tristan Wieneke

Als Glaser 3 Wochen in Irland – Tristan Wieneke (Glas 18.1)

Im Rahmen des Erasmus+ Programm wurde den Glasern der Max-Bill-Schule dieses Jahr die Möglichkeit geboten, über einen Zeitraum von drei oder vier Wochen in einem Betrieb im Ausland zu arbeiten.

Zur Auswahl standen Betriebe in Paris, Madrid, und meiner persönlichen Wahl: Irland.

Bereits nach kurzer Zeit konnte ich mit einer Eigenbeteiligung von 100 Euro an der Reise teilnehmen, die Reisekosten (Flug) wurden von der EU übernommen.

Mein Chef, Herr Kumm von der Glaserei Kumm, hat mich für die Zeit freigestellt.

Mit einem Taxi ging es nun zur Gastfamilie, und bereits früh fiel mir auf: die Menschen hier sind sehr herzlich.

Der Teil auf dem natürlicherweise das eigentliche Augenmerk liegt-der Arbeit- kam bereits am nächsten Tag. Die Anfahrt mit dem Bus will aber geübt sein: es sind nicht alle Haltestellen an den Aushängen beschrieben, und die Buslinien selbst haben unterschiedliche Buchstaben (23,23A,23B und 23X) und Preise. So kostet der X-Bus etwas mehr, fährt als Expressbus aber nur weniger Haltestellen an.

Die Arbeit selbst ist natürlich vom Betrieb abhängig. Über Capital Glass, den Betrieb, den ich besuchte, kann ich nur positives berichten.
Ein familiäres Arbeitsumfeld, im Mittelpunkt der Stadt und spezialisiert auf Spiegel.

Die Tage gingen sehr schnell rum und es wurde im Betrieb nicht langweilig. Man war nicht nur die "billige Arbeitskraft" die nur kurz da ist, sondern wurde voll gefordert und gefördert, eingearbeitet und beruflich begleitet.

Ich habe an für mich neuen Maschinen gearbeitet, unter anderem einem Kantenschleifautomaten. Hierbei habe ich nicht nur Glas in den Automaten geschoben, sondern wurde auch angeleitet die Rollen zu wechseln, die Breiten zu beachten und habe auch etwas über die Schleifplatten gelernt.

Die Nähe zu den Maschinen unterstützt den Lernvorgang wesentlich besser als die bloße Theorie oder eine Woche Innung. Außerdem ist es sinnvoll, neue Herangehensweisen und Materialien kennenzulernen.

Der Kitt in Irland ist zum Beispiel wesentlich weicher, benötigt allerdings wiederum mehr Zeit zum Aushärten. Allgemein scheint es, das Irland in der Technisierung des Glaserberufes etwas zurück hängt, was sich dadurch äußert, dass wesentlich mehr per Hand gemacht wird- das ist aber als großer Vorteil für einen Lehrling zu sehen.

Die Handarbeit erfordert auch, bei der Qualitätskontrolle noch genauer hinzusehen, der Blick wird geschärft. Einen Duschbeschlag von Hand aus dem Glas zu schneiden ist eben doch etwas völlig anderes, als den Ausschnitt am PC zu skizzieren. Eine besondere Herausforderung war ein Katzenklappenausschnitt in einem Bambus-Ornamentglas.

Sowohl GoEurope als auch Twiin haben mich während meiner Reise unterstützt und mir hilfreiche Informationen geliefert.

Beruflich hat mich der – wenn auch viel zu kurze- Aufenthalt sehr bereichert.  Ich kann es jedem nur empfehlen, die Eindrücke einer neuen Arbeitsstätte auf sich wirken zu lassen, und die gesamte Arbeitskultur Irlands zu erleben.

Tristan Wieneke

WIE